RTL explosiv weekend

RTL explosiv weekend

Was dachte ich im ersten Moment, als ich von einer auf einer großen schweren Filmkamera angebrachten Filmleuchte geblendet wurde, während ich gerade die Haustür öffnete - das Wurstbrot vom Abendessen zum Teil in der Hand, den anderen Teil kauend im Mund - und keine Sekunde später schob sich ein mit grauem Pelz umhülltes Mikrofon direkt unter meine Nase: "Mein Name ist Andreas Becker von RTL explosiv weekend und wir drehen gerade mit unserem Umweltaktivisten Herrn Henrik Pfeiffer von Utopia eine Reportage über den Energieverbrauch zur Weihnachtszeit..."?

 ...nun, genau weiß ich das nicht mehr, aber es war schon irgendwie unheimlich...

Im folgenden Artikel können Sie die gesamte Sendung "nachlesen".

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Nazan Eckes:Hallo und willkommen zu explosiv weekend, in knapp einer Stunde sollen in ganz Deutschland für 5 Minuten die Lichter ausgeknipst werden, eine Aktion für die Umwelt. Wenn es nach Energieexperten Henrik Pfeiffer geht, müsste das Licht viel länger ausbleiben, denn vor allem zur Weihnachtszeit wird genug verschwendet. In Oberbayern ist der Umweltaktivist ganz besonderen Lichterkettenfans begegnet, an ihren Häusern leuchtet so viel, dass man mit dem nötigen Strom eine ganze Kleinstadt versorgen könnte. Da glüht Herr Pfeiffer vor Wut. Andreas Becker und Dirk Renzmann.

Skeptische, Kritische Blicke des Umweltexperten, Menschen die mitten in der Nacht noch einmal zum Lämpchen kontrollieren vors Haus gehen. Motorgelenkte Rentiere, Computer im Einsatz - damit alles im richtigen Rhythmus blinkt - und Stromzähler die sich drehen wie ein Brummkreisel...

Henrik Pfeifer: Das geht natürlich alles überhaupt gar nicht...

Millionen Glühbirnen, tausende Kilometer Lichtschlangen, hightech im Dienst an der bunten Sache - in Deutschlands Vorgärten blinkt und glüht es. Bei der Münchner Umweltgruppierung Utopia sieht man die Entwicklung zum farbenfrohen Adventsspektakel skeptisch:

Henrik Pfeifer: Es werden in Deutschland jedes Jahr 409 Millionen Kilowattstunden nur für Weihnachtsbeleuchtung aufgewendet. Zum Vergleich - man kann damit 141.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.

Ein paar Millionen Watt werden so durch die Lichtpracht an einem einzigen Haus verbraten - als Spaßbremsen wollen die Umweltaktivisten aber nicht gelten. Es kommt darauf an, das RICHTIGE Licht einzuschalten.

Henrik Pfeifer: Das hier ist so eine klassische Lichterkette, wie man sie kennt mit diesen kleinen Glühbirnchen, die auch mal gerne durchbrennen. Verbrauch dieser Lichterkette: etwa 20 Watt in der Stunde. Zum Vergleich: vom selben Hersteller eine Lichterkette mit LED´s - also vollkomen anderes Leuchtmittelkonzept - dieses Ding sieht auch sehr schön aus und verbraucht in der Stunde 2,4 Watt, das heißt also die konventionelle Lichterkette etwa 8 mal so viel Energie in der Stunde.

Im Umland von München besuchen wir besonders schön dekorierte Häuser, als Energieexperten haben wir Henrik Pfeiffer dabei, wir bitten ihn, die Lichtanlagen in Augenschein zu nehmen

Andreas Becker: Henrik, was sagen sie dazu unter Ökogesichtspunkten?

Henrik Pfeifer: Naja, also das ist schon krass...

...doch die Eigentümer sagen: Wir sparen doch! In diesem Jahr hätten Sie ihr Haus deutlich abgerüstet - auf diese Weise verbrauchen sie weniger Strom - zumindest im Vergleich zum Vorjahr.

ein Hausbesitzer: In den letzten Zeiten hatten wir - wie viel hatten wir gehabt? So 35 tausend...

seine Frau: viel mehr noch: über 40 tausend...

Andreas Becker: 35.000 was?

Beide: Ja Lampen...

Ohne Strom geht es natürlich nicht sagt der Besitzer dieses Hauses in Starnberg: viele stromfressende Lämpchen habe er aber ausgewechselt und der Computer sorgt dafür, dass nur einige Stunden am Tag das Licht brennt.

Andreas Becker: Das sind 4 Zähler, sind das alles ihre oder für die Parteien im Haus?

Nikolas Heinecke: Ne, die sind für die Parteien im Haus und hier hängt im prinzip die Steuerung an dem vierten Zähler dran.

Andreas Becker: Uh, da geht´s aber ab.

Nikolas Heinecke: Also das ist die normale Drehzahl.

Nächstes Ziel: ein kleines Dorf in Oberbayern, aus der ganzen Gegend kommen die Menschen her um sich die Lichtshow anzusehen, doch die Lämpchen entsprechen nicht dem modernen Standard, sagt der Experte

Henrik Pfeifer: Ich kann mir vorstellen, dass man mit den Strom, der hierfür erforderlich ist, locker ´ne Kleinstadt versorgen könnte (lacht).

Die Begrüßung ist ausgesprochen herzlich. Peter Huber sagt, dass er weiß dass er nicht sonderlich sparsam mit dem Strom umgeht, aber mit seinem Winter-Wunderland bereite er vielen Menschen eine Freude. Im letzten Jahr sammelte er dadurch fast 5000 Euro Spenden - für einen guten Zweck.

Peter Huber: Wir erfüllen vielen Leuten - ob das kleine Kinder sind oder ob das alte Menschen sind - die herkommen... die stehen teilweise mit Tränen in den Augen... die sagen, es ist ein Kindheitswunsch, ein Kindheitstraum von Ihnen, ja und "Licht erfüll mein Herz mit Freude..."

409 Millionen Kilowatt Strom zusätzlich erfordert die Weihnachtsbeleuchtung  in Deutschland und das ist ein knappes Prozent des gesamten Jahresverbrauches.